|
Ehe und Familie sind für Christen Teil von Gottes Schöpfungsordnung. Sie sind die ursprünglichsten Formen menschlichen Zusammenlebens.
In Ehe und Familien tragen Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander und füreinander Verantwortung. Familien, in
denen Kinder mit ihren leiblichen, miteinander verheirateten Eltern zusammenleben, haben für die Caritas christlichen Leitbildcharakter.
Das sieht auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland so. Auch alle anderen Lebensgemeinschaften können mit der Hilfe
der Caritas rechnen, wenn sie diese benötigen.
"Die Familie ist der bevorzugte Ort, wo jeder Mensch lernt, Liebe zu schenken und zu empfangen. Deshalb verleiht die Kirche
ihrer pastoralen Sorge für diesen grundlegenden Bereich des Menschen beständig Ausdruck und sagt in ihrem Lehramt: »Gott ist
die Liebe. Er hat die Menschen aus Liebe erschaffen und zur Liebe berufen. Als Mann und Frau erschaffen, hat er sie in der
Ehe zu einer innigen Gemeinschaft des Lebens und der gegenseitigen Liebe berufen, so das sie ´nicht mehr zwei, sondern eins´
sind (Mt 19,6). ... Die Familie ist eine vermittelnde Institution zwischen dem Individuum und der Gesellschaft, und nichts kann sie
gänzlich ersetzen. Sie beruht nämlich vor allem auf einer tiefen interpersonalen Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau, die
von Zuneigung und gegenseitigem Verständnis getragen wird. Dazu erhält sie die reiche Hilfe Gottes im Sakrament der Ehe, das
eine wahre Berufung zur Heiligkeit einschließt. Mögen die Kinder mehr die Momente der Harmonie und der Zuneigung der Eltern
erfahren als eine Atmosphäre der Zwietracht und Gleichgültigkeit, denn die Liebe zwischen Vater und Mutter schenkt den Kindern
eine große Sicherheit und lehrt sie die Schönheit der treuen und dauerhaften Liebe. Die Familie ist ein notwendiges Gut für
die Völker, ein unverzichtbares Fundament für die Gesellschaft und ein großer Schatz für die Eheleute während ihres ganzen
Lebens. Sie ist ein unersetzliches Gut für die Kinder, die Frucht der Liebe und der großherzigen Ganzhingabe der Eltern sein
sollen. Die ganze Wahrheit der Familie zu verkünden, die auf die Ehe als ´Hauskirche und Heiligtum des Lebens´ gegründet ist, dafür tragen alle eine große Verantwortung. Vater und Mutter haben einander vor Gott das volle ´Ja´-Wort gegeben,
das die Grundlage des Sakraments ist, das sie vereint; ebenso müssen sie, damit die innere Beziehung der Familie vollständig
ist, auch ein ´Ja´ der Annahme zu ihren Kindern sagen, den leiblichen oder adoptierten, die ihre eigene Persönlichkeit und
ihren eigenen Charakter haben. So werden diese Kinder in einem Klima des Angenommenseins und der Liebe aufwachsen, und es
ist zu hoffen, dass sie, wenn sie die nötige Reife haben, ihrerseits ein ´Ja´ zu denen sagen werden, die ihnen das Leben geschenkt
haben." Papst Benedikt XVI., Ansprache beim V. Welttreffen der Familien am 8. Juli 2006 in Valencia
|
|
|
Die große Mehrheit aller Familien übt ihren Auftrag zur Erziehung ihrer Kinder mit großer Sorgfalt und großem Ernst aus. Der
Blick und die Hilfe der Caritas gilt insbesondere Familien in Belastungs-, Konflikt- und Notsituationen. Diese Situationen
haben unterschiedliche Ursachen. Dazu gehören zum Beispiel Kinderreichtum, Unsicherheit und Versagen in der Erziehung, Kinder
mit chronischer Krankheit und Behinderung, die Pflege von Angehörigen, Arbeitslosigkeit, Armut, Migrationshintergrund.
Die Caritas hilft Familien, ihren Alltag zu bewältigen. Dafür hält sie eine Vielzahl von Diensten und Einrichtungen vor, die
unterstützende Begleitung wie auch konkrete Hilfestellungen in Notsituationen leisten und Familien befähigen, wieder selbst
für sich sorgen zu können.
Um der "strukturellen Rücksichtslosigkeit" gegenüber Familien entgegenzuwirken, engagiert sich die Caritas im gesellschaftspolitischen
Diskurs für die berechtigten Interessen der Familien. Die Caritas tritt für das Recht von Ehe, Familien und Kindern ein und
engagiert sich für ein kinder- und familienfreundliches Klima in unserer Gesellschaft zu schaffen.
|
|