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"Die" alten Menschen gibt es nicht: Alter ist heterogen. Es ist kein abgegrenzter Lebensabschnitt, sondern kann eine Zeitspanne
von 30 und mehr Jahren umfassen. Die Lebenslagen der einzelnen älteren und alten Menschen unterscheiden sich zum Teil erheblich
nach materieller Sicherung, Gesundheit und Pflegebedürftigkeit, Sozialer Integration (Kontakte) und Wohnen.
Alt zu werden bedeutet nicht, automatisch hilfe- und pflegebedürftig zu sein. Nur 12% aller Menschen über 65 Jahre sind in
Deutschland pflegebedürftig, davon nur 2,8% der 65-70jährigen und 5% 70-75jährigen. Auch wenn die Anzahl der Pflegebedürftigen
aufgrund des Trends zur Überalterung unserer Gesellschaft steigen wird, bedeuten diese Zahlen, dass unsere Gesellschaft einen
hohen Anteil an rüstigen Rentner(innen) aufweist, die ihre Erfahrungs- und Kompetenzvielfalt gewinnbringend in unsere Gesellschaft
einbringen können. Alterssozialpolitik muss von diesen unterschiedlichen Lebenslagen ausgehen, Defizite präventiv verhindern und, falls dies
nicht gelungen ist oder nicht gelingen kann, ausgleichen oder zumindest mildern. Dies kann nur in einer querschnittsorientierten
Sozialpolitik geschehen, die aus einer subjektbezogenen materiellen Unterstützung (z.B. Renten, Pflegeversicherung), der Bereitstellung
einer altersspezifischen Infrastruktur (z.B. Einrichtungen von stationären, teilstationären und offenen Einrichtungen) und
gruppenbezogenen immateriellen Dienstleistungen (z.B. Selbsthilfegruppen) besteht. Gefordert sind hier also alle gesellschaftlichen
und staatlichen Institutionen.
Neben der Absicherung der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit müssen Staat und Gesellschaft die aktive Teilhabe der älteren Generation
fördern. Ältere Menschen sollen ihre Kompetenzen und ihr Erfahrungswissen in die Gesellschaft im Rahmen Bürgerschaftlichen
Engagements einbringen können.
"Das Alter ist die Krone der Stufen des Lebens. Es bringt die Ernte ein, die Ernte aus dem Gelernten und Erlebten, die Ernte
aus dem Geleisteten und dem Erreichten, die Ernte auch aus dem Erlittenen und Bestandenen. ... Ja, das Ater verdient unsere
Ehrfurcht. .. (Aber das Alter ist) nicht nur der kraftvolle Schlussakkord oder die versöhnende Summe des Lebens, sondern auch
eine Zeit des Verwelkens, eine Zeit, in der einem das Leben fremd, das Leben zur Last und der Leib zur Qual werden kann. ...
(Jesus) ist in den Prüfungen des Alters Euer Leidensgefährte, und Ihr seid die Gefährten seines Kreuzweges. Keine Träne weint
Ihr allein, und keine weint Ihr vergeblich. Durch Leiden hat er die Welt erlöst, und durch Leiden wirkt Ihr mit an seiner
Erlösung." Papst Johannes Paul II. in einer Ansprache an die älteren Menschen am 19. September 1980 im Liebfrauendom in München
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