Landes-Caritasverband Bayern e.V. - Allgemeine Sozialberatung

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Allgemeine Sozialberatung

Ziele
Leistungsangebote der Caritas in Bayern
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Aktuelles
Zahlen
Positionen und Stellungnahmen
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Viele Menschen geraten durch Arbeitslosigkeit, Unfall, Überschuldung, Krankheit, Behinderung, Scheidung oder andere Ursachen in Notsituationen, aus denen sie selbst keinen Ausweg mehr sehen. Manche suchen einen Platz in einem Pflegeheim oder einem Kindergarten. Sie kennen sich nicht aus mit den Anträgen für das Arbeitslosengeld II, die Grundsicherung oder die Sozialhilfe.

Die Caritas unterhält in Bayern ein flächendeckendes Netz von Stellen für die Allgemeine Sozialberatung.

Ziele

Die Allgemeine Sozialberatung der Caritas (ASB) ist zentrale Informations- und Beratungsstelle sowie erste Anlaufstelle für Menschen mit akuten persönlichen, wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Schwierigkeiten. Als "niedrigschwelliges" Beratungsangebot steht sie allen Menschen unabhängig von Geschlecht, Konfession und Nationalität offen. Sie setzt keine spezifische Problemdefinition oder eine institutionelle Zuständigkeitsklärung voraus und versteht sich so als Clearingstelle.

Die Allgemeine Sozialberatung der Caritas befähigt Menschen, selbstbestimmt zu handeln und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Gemeinsam mit den Betroffenen entwickeln Diplom-Sozialpädagoginnen und - Sozialpädagogen neue Lebensperspektiven und mögliche Lösungswege. Die Allgemeine Sozialberatung richtet ihr Augenmerk nicht allein auf die Beseitigung individueller Not, sondern sie ist ebenso bestrebt, notverursachende und notstabilisierende Strukturen zu erkennen, zu beurteilen und zu verändern.

Die Allgemeine Sozialberatung der Caritas prägt als unverzichtbarer Grunddienst die Identität der Caritas als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche. Sie ist Teil der Diakonie und Verkündigung der Kirche und bezeugt so einen menschenfreundlichen Gott; sie trägt dazu bei, die biblische Option für die Armen und Schwachen in der Gesellschaft zu verwirklichen.

Leistungsangebote der Caritas in Bayern

Die Caritasverbände unterhalten in Bayern allen Landkreisen und kreisfreien Städten Stellen für die Allgemeine Sozialberatung mit 156 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Allgemeine Sozialberatung hilft durch:

  • Beratung bei Problemen in sozialen und persönlichen Notsituationen
  • Beratung, Hilfe und Information in finanziellen und materiellen Notlagen
  • Unterstützung in sozialrechtlichen Angelegenheiten
  • Hilfe bei Behörden, Arbeitgebern und sonstigen Stellen
  • Vermittlung an weiterführende Beratungsdienste wie Erziehungsberatung, Schuldnerberatung u. a.


Adressen in Ihrer Nähe

Adressen der Allgemeinen Sozialberatung bei den Caritas-Kreisverbänden in Bayern finden Sie hier.

Aktuelles

ASB-Tag 2009: Die Allgemeine Sozialberatung ist der Basisdienst der Caritas schlechthin. Finanziert aus Eigenmit­teln steht er den Menschen unbürokratisch und schnell zur Verfügung. Beim 3. Bayerischen ASB-Fachtag am 21. Juli 2009 in Nürnberg, zu dem der Landes-Caritasverband nach Nürnberg eingeladen hatte, sagte Landes-Caritasdirektor Prälat Karl-Heinz Zerrle vor 70 Teilnehmerinnen udn Teilnehmern, in der ASB würden die Nöte der Menschen am schnellsten sichtbar. Professor Dr. Peter Franz Lenninger von der Katholischen Stiftungsfachhochschule München sagte, die ASB stehe zunehmend vor individuellen und strukturellen Dilemmata. Der Anspruch einer prozessualen, klienten- und lebensraumorientierten Sozialberatung, die auf nachhaltige Selbsthilfe und Befähigung der Hilfesuchenden abziele, weiche angesichts fehlender Kapazität und beschränkenden Gestaltungsmöglichkeiten immer mehr einer pragmatischen Soforthilfe, verbunden mit dem Angebot niedrigschwelliger, existenzsichernder Unterstützungsangebote durch Tafeln und Kleiderkammern. Lenninger sagte, die Caritas müsse Strategien entwickeln, damit die engagierten Mitarbeitenden trotz quantitativ und qualitativ veränderter Notlagen nicht resignierten, die fachlichen und ethischen Leitbilder und Qualitätsansprüche im Arbeitsalltag eingehalten werden könnten und die ASB nicht zur Lückebüßerin für die schwindende soziale Integrationskraft der Erwerbsarbeit und des Sozialstaats verkomme. Lenninger machte dazu mehrere Vorschläge. Die individuelle Beratung und Einzelfallhilfe müsse im Sinne eines ganzheitlichen sozialraumorientierten Unterstützungsmanagements um Elemente aufsuchender Arbeit und die Prinzipien von Befähigung und Teilhabe in den Bereichen Existenzsicherung, Finanzierungshilfen und Arbeitsintegration ergänzt werden. Auf der Ebene des Sozialraums seien der Ausbau der Gruppenarbeit, der Kooperation und Netzwerkarbeit, der Projektarbeit und der Zusammenarbeit mit der Caritas der Gemeinde angesagt. Auf der institutionellen Ebene der Politik und Öffentlichkeit müsse sich die ASB in kommunalpolitische Entscheidungsgremien einmischen dürfen und Lobbying im Sinne der Sozialanwaltschaftlichkeit betreiben. Dazu freilich bedürfe es fördernder institutioneller Rahmenbedingungen. Dazu gehörten die qualitätsbasierte Erstellung von Rahmenkonzeptionen, Expertisen und eigene Untersuchungen (z. B. landkreisorientierte Armutsberichte). In der Diskussion betonten die Mitarbeitenden aus der ASB immer wieder, wenn die ASB als Basisdienst gelte, dann müssten Caritas und Kirche verlässlich die personellen und zeitlichen Ressourcen zur Verfügung stellen.
Dokumentation: Powerpointpräsenation und Thesenpapier von Prof. Dr. Lenninger (Juli 2009)

Geldsorgen: Menschen mit Geldproblemen sind das Hauptklientel der Allgemeinen Sozial- beratung (ASB) der Caritas in Bayern. Das hat die Stichtagserhebung des Deutschen Caritasverbandes am 18. September 2008 in den Stellen der Allgemeinen Sozialberatung ergeben. In Bayern haben sich Stellen aus allen Diözesan-Caritasverbänden beteiligt. 903 Klientinnen und Klienten wurden am Stichtag befragt, warum sie zur ASB gekommen sind. Drei Viertel der Klienten waren zwischen 25 und 59 Jahren alt, 69 Prozent Frauen, 36 Prozent verheiratet oder in Partnerschaft lebend, 32 Prozent hatten einen Migrationshintergrund. 51 Prozent bezogen Arbeitslosengeld II ("Hartz IV"). 59 Prozent hatten finanzielle Probleme, 19 Prozent Schulden. Die Ergebnisse stimmen in etwa mit den Ergebnissen der Stichtagserhebung von 2007 überein. Am meisten über Geldprobleme klagten die Klientinnen und Klienten in der Diözese Augsburg (79 Prozent) sowie in der Erzdiözese München und Freising (68 Prozent). (Februar 2009)

Tafeln: Die Caritasverbände in Bayern beteiligen sich an vielen sogn. Tafeln, die an Hilfeberdürftige kostenlose Lebensmittel ausgeben, das von Firmen und Lebensmittelhändlern gespendet wurde. (Oktober 2008)

Armut: Die Zahl der Menschen, die bei den Stellen für Allgemeine Sozialberatung in Bayern finanzielle Hilfe suchen, nimmt zu. (Januar 2008)

ASB-Tag in Nürnberg: "Zurück in die Almosengesellschaft? Die Allgemeine Sozialberatung der Caritas zwischen anwaltschaftlicher Sozialarbeit und Almosenkultur". Unter diesem Motto stand der 2. Bayerische ASB-Tag am 12. Juli 2007 in Nürnberg, an dem rund 70 Mitarbeitende der Caritas-Kreisverbände in Bayern teilnahmen. Eine Dokumentation finden Sie hier.

2000 mal Sozialstrom: 2.000 Anträge auf Sozialstrom sind von September bis Ende 2006 bei E.ON BAYERN gestellt worden. Sie wurden von den Stellen für die Allgemeine Sozialberatung der Caritas-Kreisverbände und der Diakonie vermittelt. Inzwischen scheint das Beispiel von E.ON BAYERN Schule zu machen: Andere Stromanbieter haben ähnliche Angebote angedacht, teilweise auf Anregung der Caritas-Kreisverbände. E.ON will das Angebot bundesweit ausdehnen. Bei den Caritas-Kreisstellen wird das Angebot gut angenommen. Befürchtungen, man werde "überlaufen", sind nicht eingetreten. Außerdem, so war auf der bayerischen Konferenz der ASB-Referent(inn)en zu hören, kommen die Stellen mit bedürftigen Menschen in Berührung, mit denen sie vorher keinen Kontakt hatten. Der E.ON BAYERN-Sozialstrom dient also auch als Türöffner für sozial bedürftige Menschen, die sich ihrer Armut schämen und unter dem unverdächtigen Vorwand "Sozialstrom" um eine umfassendere Hilfe nachfragen (Dezember 2006).

Sozialstrom: Der Energiedienstleister E.ON Bayern, Regensburg bietet ab dem 4. September 2006 für sozial Schwache in Bayern einen vergünstigten Stromtarif an. Die bayerische Caritas und die Diakonie beteiligen sich an dem Projekt, das bis zu 10.000 Hilfebedürftigen in Anspruch nehmen können. Ihnen wird die monatliche Grundgebühr von neun Euro erlassen. Beantragt werden kann der verbilligte Tarif bei den Sozialberatungsstellen von Diakonie und Caritas in den kreisfreien Städten und Landkreisen. Näheres hier (September 2006).

Kernelement kirchlicher Sendung: Die Allgemeine Sozialberatung (ASB) ist ein Kernelement kirchlicher Sendung. Um dieses Profil zu unterstreichen, benötigt sie eine konzeptionelle, methodische und programmatische Formulierung ihrer sozialanwaltschaftlichen Elemente. Diese Auffassung hat der Eichstätter Sozialpädagogik-Professor Dr. Wolfgang Klug bei einer bundesweiten Fachtagung in Freiburg vertreten. Sie verwirkliche ihren spezifischen Dienst für die Kirche dann, wenn sie mit der "Option für die Armen" ernst mache. Die ASB werde überall dort gebraucht, wo Probleme nicht mit standardisierten Programmen des Sozialstaats gelöst werden könnten (Juni 2006).

Zahlen

Die Mitarbeitenden der Allgemeinen Sozialberatung der Caritas in Bayern haben jährlich Kontakt zu rund 15.700 Menschen.

Positionen und Stellungnahmen

Zur Allgemeinen Sozialberatung liegen folgende Positionen und Stellungnahmen vor.

Deutscher Caritasverband

Eckpunkte für den Fachdienst Allgemeine Sozialberatung im Deutschen Caritasverband (2002)

Qualitätsleitlinien der Allgemeinen Sozialberatung der Caritas 2008

Landes-Caritasverband Bayern

Armut hat Zukunft - leider auch in Bayern. Eine Umfrage des Landes-Caritasverbandes Bayern (2004/2005)

Dienstleistungen des Landes-Caritasverbandes

Der Landes-Caritasverband Bayern

  • arbeitet mit an der fachlichen und organisatorischen Weiterentwicklung der Allgemeinen Sozialberatung durch Tätigkeit in entsprechenden Gremien des Deutschen Caritasverbandes
  • vertritt die sieben bayerischen Diözesan-Caritasverbände in bundesweiten Gremien
  • organisiert die Fachkonferenz der Referentinnen und Referenten für Allgemeine Sozialberatung der sieben bayerischen Diözesan-Caritasverbände
  • organisiert bayernweite Fachtage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Allgemeinen Sozialberatung


Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Zuständig für die Allgemeine Sozialberatung beim Landes-Caritasverband Bayern ist der Diplom-Theologe und Diplom-Soziologe Bernd Hein.
bernd.hein@caritas-bayern.de

In den sieben bayerischen Diözesan-Caritasverbänden sind folgende Referentinnen und Referenten für die Allgemeine Sozialberatung zuständig:

Augsburg
Dietmar Bauer: d.bauer@caritas-augsburg.de
Bamberg:
Barbara Borschert: barbara.borschert@caritas-bamberg.de
Eichstätt
Bernhard Gruber: bernhard.gruber@caritas-ingolstadt.de
München und Freising
Michael Tauchert, mtauchert@caritasmuenchen.de
Passau
Reinhold Url: url_r@caritas-passau.de
Regensburg
Alfred Damberger: a.damberger@caritas-regensburg.de
Würzburg
Thomas Kipple: kipplet@caritas-wuerzburg.de