Münster
(cpm).
Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt kommt bei den Frauen
und Familien in den katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen im Bistum
Münster nicht an. Obwohl sie vielfach in Arbeits- und
Beschäftigungsverhältnissen stehen, reicht das Einkommen nicht aus. Mit 7.932
ratsuchenden Frauen und Paaren bleibt die Suche nach Beratung und Hilfe
unverändert hoch.
Häufigst
genannter Grund ist mit 60
Prozent die finanzielle Situation. "Die hat sich im vergangenen Jahr noch
verschärft", erklärt Anne Ruhe vom Diözesancaritasverband Münster. Die
Anrechnung des Elterngeldes für Familien, die von Arbeitslosengeld II leben
müssen, "hat die Versorgungssituation vor allem nach der Geburt deutlich
belastet", so Ruhe. Eine Umfrage der Schwangerschaftsberatungsstellen hat
ergeben, dass viele der Betroffenen Tafeln und Kleiderkammern nutzen -
"und das sicherlich nicht freiwillig, sondern weil das Geld einfach nicht
reicht."
Unabhängig von ihrer
Religionszugehörigkeit erreichen die 15 katholischen
Schwangerschaftsberatungsstellen vor allem Familien, die von Armut betroffen
oder bedroht sind. Arbeitslosigkeit, die schwierige Wohnsituation oder
Überschuldung sind weitere häufig genannte Gründe. Entsprechend, so Ruhe, gehe
es dann darum, die Existenz zu sichern, sozialrechtlich zu beraten und über
familienfördernde Leistungen zu informieren.
Das ist häufig auch
nach der Geburt des Kindes noch erforderlich. Neben 5.319 neuen Klienten wurden
2.613 Familien weiter begleitet. Vielfach organisieren die
Schwangerschaftsberaterinnen auch Gruppenangebote, die junge Eltern in der
Anfangsphase unterstützen.
Das können sie in der
Schwangerschaft auch direkt mit Geld. 1,8 Millionen Euro wurden in 2011 aus der
Bundesstiftung Mutter und Kind für knapp 3.000 Anträge ausgezahlt. Dazu flossen
1,35 Millionen Euro aus Bischofsfonds, der Bischof Heinrich-
Tenhumberg
Stiftung, und gut 90.000 Euro aus kommunalen Hilfsfonds.
Zu den 218 Angeboten
im Bereich Früher Hilfen wurden weitere 404 Veranstaltungen rund um das Thema
Sexualität vor allem an Schulen durchgeführt.
066-2012
11. Juli 2012