Diözese
Münster (cpm).
Viele gute Ansätze aber Probleme im Detail
sieht die Caritas in der Diözese Münster im Koalitionsvertrag der neuen
Landesregierung.
Diözesancaritasdirektor
Heinz-Josef
Kessmann nutzte die Delegiertenversammlung des Verbandes am Freitagnachmittag
für eine Bewertung. Mit dem Ziel, Zukunft und Gerechtigkeit durch Bildung zu
stärken, stimme die Caritas völlig überein. Aber statt über ein zweites
beitragsfreies Kindergartenjahr nachzudenken und dieses unter einen
Finanzierungsvorbehalt zu stellen, "wäre ein Qualitätsvorbehalt
besser". Nach Ansicht
Kessmanns
sollte
stattdessen in mehr und höher qualifizierte Mitarbeiter in den
Tageseinrichtungen investiert werden. Die gut 100 Delegierten aus örtlichen
Caritas- und Fachverbänden sowie der Diözesanen Arbeitsgemeinschaften vertreten
rund 2.600 Dienste und Einrichtungen des katholischen Wohlfahrtsverbandes. Mit
55.000 hauptamtlichen Mitarbeitern und rund 30.000 Ehrenamtlichen ist er der
größte Diözesancaritasverband bundesweit.
Auch mit dem von der
Landesregierung formulierten Ziel der Inklusion behinderter Menschen zeigte
sich Kessmann einverstanden. Allerdings fehle eine Beschreibung der
Rahmenbedingungen. Die Caritas werde deshalb darauf achten müssen, dass mit der
Umsetzung keine Verschlechterungen des erreichten Standards einhergehe. Zu
begrüßen sei die Absicht des Landes, Programme für Langzeitarbeitslose auflegen
zu wollen. Allerdings bezweifelte Kessmann, dass "NRW auf Dauer gegen die
Bundesebene
anarbeiten
kann", die jüngerer
Vergangenheit die Fördermaßnahmen abgebaut habe.
Nach einigen Jahren
konsequenten Sparens sah der Verwaltungsratsvorsitzende Pfarrer Ulrich Messing
(Münster) den Diözesancaritasverband gut aufgestellt und wieder in der Lage,
neue Schwerpunkte zu setzen. Den Fortschritt in fünf strategischen Zielen, die
sich die Caritas für die nächsten Jahre gesetzt hat, beschrieb der vorgelegte
Tätigkeitsbericht. Gelobt wurden von den Delegierten die bereits eingeleiteten
Angebote, das christliche Profil zu schärfen. Das entspreche dem Bedürfnis
vieler Mitarbeiter und unterstütze die Bemühungen, neue Mitarbeiter zu finden.
Neue Wege werden auch gesucht, um Qualität bewusster zu machen und mehr
Transparenz zu schaffen, Zusammenarbeit auszubauen und Armut vor allem durch
Bildung zu bekämpfen.
069-2012
23. Juni 2012