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Karl-Heinz Zerrle wurde am 8. Juli 1944 in Burgau (Schwaben) geboren. Nach dem Abitur in Augsburg studierte er Theologie in
Augsburg, Dillingen und München. Nach seiner Priesterweihe 1970 im Augsburger Dom war er zunächst als Seelsorger in Augsburg
und Ichenhausen tätig und wurde 1975 zum Militärpfarrer in Neuburg an der Donau ernannt. 1981 trat er seinen Dienst als Sekretär
beim Caritasverband der Diözese Augsburg an. 1990 wurde er Diözesan-Caritasdirektor in Augsburg. Zerrle gründete Caritas-Kreisverbände,
um den Verband zu dezentralisieren. Er förderte den weiteren Ausbau der Suchtberatungsstellen und der Sozialpsychiatrischen
Dienste. Die stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Altenhilfe wurden in einer gemeinnützigen gGmbH zusammengefasst.
Seit dem 1. Januar 2000 ist Prälat Zerrle bayerischer Landes-Caritasdirektor. Seine Aufgabe ist die Koordination und Vertretung
der Caritas-Einrichtungen auf Landesebene.
1993 wurde er zum Monsignore, 2000 zum Prälaten ernannt.
Mehrfach hat sich Prälat Zerrle für eine solidarische Weiterentwicklung des Sozialstaates ausgesprochen. Die Krise des Sozialstaates
ist nach seiner Auffassung nicht nur eine Finanzierungskrise. Sozialpolitik braucht klare Wertvorstellungen. Je mehr man über
die ökonomischen Bedingungen des Sozialstaates redet, um so mehr muss man über das zugrunde liegende Menschenbild und über
die Aufrechterhaltung der Werte, die für unsere Gesellschaft von Bedeutung sind, sprechen. Richtlinien für eine Weiterentwicklung
des Sozialstaates können die Prinzipien der Katholischen Soziallehre sein: Personalität, Solidarität und Subsidiarität. Das
Unterscheidungsmerkmal der Caritas von anderen Anbietern sozialer Dienste sieht der Landes-Caritasdirektor im christlichen
Menschenbild: "Die Würde des Menschen ist ihm nicht von anderen verliehen oder zugebilligt, sondern besteht darin, dass er
Geschöpf Gottes ist. Dies ist sein Ursprung und sein Ziel. Kirche, Staat und Gesellschaft müssen deshalb ein menschenwürdiges
Leben für alle ermöglichen und sich dafür einsetzen. Was der Einzelne und seine Familie zumutbar leisten können, das sollen
sie auch im Sozialbereich leisten. Wo sie aber überfordert sind, müssen sie sich auf die Solidarität des Staates und der Gesellschaft
verlassen können. Der Beitrag jedes Einzelnen zur sozialen Sicherung muss nach seiner finanziellen Leistungsfähigkeit bemessen
werden. Starke Schultern können und müssen mehr tragen als schwache."
Durch ihre Verwurzelung im christlichen Glauben kann die Caritas, so Prälat Zerrle, in ihrer Sozialarbeit und Pflege den Menschen
tragende Antworten auf die tiefen existentiellen Fragen von Not, Leid und Tod geben, die säkulare Antwortversuche überschreiten.
Prälat Karl-Heinz Zerrle Der Landes-Caritasdirektor ist als 1. Vorsitzender des Landes-Caritasverbands zugleich Leiter der Hauptvertretung München
des Deutschen Caritasverbands. Telefon: 0 89/ 5 44 97 - 100 E-Mail: karl-heinz.zerrle@caritas-bayern.de
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